Aybi Erucar

1. Wie hast Du den Wettbewerb selbst erlebt ?

„Der Wettbewerb war für mich eine kleine Reise durch viele kreative Phasen, von denen ich vorher nicht gedacht hätte, dass ich das alles selber schaffen könnte. Als wir das Thema erhalten hatten, war ich wie ein leeres Blatt und hatte keinen blassen Schimmer wie ich mit dem Film anfangen sollte, bis ich für mich begriffen hatte, dass es nicht darum geht das Endprodukt schon zu kennen, sondern einfach den ersten Schritt zu machen. Anzufangen! Einfach mal die ersten Ideen zu drehen und aufzunehmen und dann festzustellen, dass es doch in eine andere Richtung geht, was auch total in Ordnung ist. Eine Art Selbsterkenntnis, weil mir klar wurde, dass es auf alle kreativen Arbeitsprozesse zu übertragen ist. Vor allem als Schauspieler/in.“

2. Inwieweit hilft bzw. hat Dir das Stipendium weitergeholfen, Deine Ausbildung zum Schauspieler zu verbessern wie es ohne das Stipendium nicht möglich gewesen wäre ?

„Der gesamte Prozess hat mir gezeigt, dass ich zu mehr fähig bin, als ich mir selbst zugetraut hatte, als Schauspielerin und Regisseurin. Als Beispiel wäre da die Solo Performance, ich habe immer schon die größte Panik davor gehabt alleine auf der Bühne zu spielen, weil da kein anderer ist auf den ich mich sonst verlassen könnte. Dann war es soweit und ich habe dieses Gefühl von „alleine auf der Bühne zu sein“ sehr genossen, weil der Moment nach dem Auftritt alleine von der Bühne abzugehen, mehr so war als hätte Ich auf der Bühne das persönlichste das ich zu bieten hatte hinterlassen und dafür war nur ich verantwortlich!!! Tja und diese Erkenntnis habe ich erst durch den Solo Bühnenauftritt erkannt. Seitdem trage ich das Gefühl mit mir, mir mehr erlauben zu können in der Arbeit. Mich selber endlich als Künstlerin akzeptiert zu haben! Das habe ich mir erst danach eingestanden.“

3. Was würdest Du zukünftigen Bewerbern über das Stipendium erzählen und ihnen für ihre Bewerbung empfehlen ?

„Dass jeder der die Chance dazu hat an dem Wettbewerb mittzumachen, auch in der Pflicht ist, sich selbst gegenüber, daran teilzunehmen.Weil der Arbeitsprozess, mit all den Auf und Abs, dich viel stärker als Schauspieler und auch als Person macht.“

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