Dominik Tobi

1. Wie hast Du den Wettbewerb selbst erlebt ?

„Im Nachhinein betrachtet kann ich nur sagen, dass ich den Wettbewerb als wahnsinnig bereichernd, weiterbringend und spannend bezeichnen würde. Es war eine sehr spannungsgeladene Zeit, in der ich auch viel über mich selbst erfahren und mich vor allem auch weiterentwickelt habe. Klingt alles sehr positiv, ist es rückblickend aber auch. Als das Thema (Lust und Wahn) bekannt gemacht wurde, war ich erstmal erschlagen. Erschlagen von der Unendlichkeit an Möglichkeiten, mit denen ich mich
künstlerisch befassen kann. Aber dann fing ich sehr schnell an nachzudenken und mir zu überlegen, wo MEIN Bezug zu dem Thema ist, inwieweit verspüre ich Lust und/oder Wahn. So kam ich auf meine Idee für das Video in der ersten Runde. Ich hab alles geplant, hatte super tolle Bilder in meinem Kopf und dann kam der Dreh. Und es funktionierte nicht. Es funktionierte nicht so, wie ich mir es vorgestellt hatte. Irgendwie passte es nicht mehr zusammen. Ich war kurz vorm Verzweifeln. „Warum klappt es nicht so, wie ich es im Kopf hatte?“, dachte ich mir. Aber es half alles nichts und dann kam mir plötzlich intuitiv die Idee, wie es sich anders doch auch darstellen lässt. Und dazu musste ich einfach nur meine Idee etwas minimieren, ich hatte mir zu viel auf einmal vorgenommen. Als ich das Video abgeschickt hatte war ich erst mal erleichtert, die erste Runde war „geschafft“ und etwas anderes als abwarten ging nicht mehr. Als dann die Mail kam mit den Teilnehmern der zweiten Runde war ich erst mal erleichtert und auch ein wenig Stolz. Doch es blieb keine Zeit sich darauf auszuruhen, die nächste Aufgabe stand ja schon bevor. Also machte ich mich an die Arbeit, sammelte Ideen, plante und begann zu proben und schmiss dann eine Woche vor der Aufführung nochmal alles um, weil ich mich selbst in dem ganzen Prozess und in der Performance verloren hatte. So stand ich nochmal „am Anfang“ und in den letzten Tagen vor der Präsentation stand ich so gut wie dauerhaft unter Strom. Ich hatte Angst. Warum auch nicht? Immerhin präsentiert man sich selbst, sein eigenes Konzept, dass was einem wirklich wichtig ist. Da
will man natürlich nicht versagen. Aber das gehört dazu. Mir wurde während des Wettbewerbs bewusst, dass diese Angst ja immer irgendwie da ist und man kann sie auch nicht einfach umgehen. Immerhin riskiert man etwas. Und man muss auch etwas
riskieren, um weiterzukommen. Das wurde mir sehr stark bewusst und das nehme ich mir besonders mit aus diesem Wettbewerb. Aber das wichtigste: Ich habe es, allen Hindernissen zum Trotz, durchgezogen. Für mich war das eine wichtige und gute Erfahrung.“

2. Inwieweit hilft bzw. hat Dir das Stipendium weitergeholfen, Deine Ausbildung zum Schauspieler zu verbessern wie es ohne das Stipendium nicht möglich gewesen wäre ?

„Ganz einfach gesagt: es entlastet. Es entlastet mich und meine Eltern. Meine Eltern müssen mir nicht mehr so stark unter die Arme greifen und ich kann mich mehr auf die Ausbildung und das Vorantreiben meiner eigenen Kreativität konzentrieren. Das Thema Geld ist im Kopf einfach ein gutes Stück nach hinten gerückt. Ich muss nicht mehr nur daran denken, kann etwas weniger arbeiten und habe mehr Zeit mich eigenen Ideen, wie zum Beispiel Schreibprojekten, zu widmen, die ich schon viel zu lange vor mir herschiebe.“

3. Was würdest Du zukünftigen Bewerbern über das Stipendium erzählen und ihnen für ihre Bewerbung empfehlen ?

„Ich kann nur sagen, dass es sich auf jeden Fall lohnt an dem Wettbewerb teilzunehmen. Ich finde einfach die Erfahrung, eigenverantwortlich und einem künstlerischen Impuls folgend, etwas auszuarbeiten und sich dadurch auszudrücken ist unheimlich wertvoll. Das sollte sich keiner entgehen lassen. Und ich kann nur raten, immer man selbst zu bleiben, und sich selbst in das Video/die Performance einfließen zu lasen. Umso persönlicher es ist, umso wahrer wird die Aussage dadurch und umso mehr kommt es beim Gegenüber an. Mir hat das im Wettbewerb geholfen. Auf jeden Fall: Nimm teil und finde DEINEN Weg. Es ist eine Erfahrung und an Erfahrungen wächst man.“

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