Johan Richter

1. Wie hast Du den Wettbewerb selbst erlebt ?

„Im Nachhinein betrachtet, war der Wettbewerb das Beste was mir passieren konnte. Statt Löcher in die Luft zu starren oder im Müßiggang zu versinken wurde ich mit einer konkreten Aufgabenstellung wachgerüttelt und konnte mich tagelang gezielt, ohne ein vorgeschriebenes oder selbsterdachtes Resultat krampfhaft erreichen zu wollen oder zu müssen, in meiner ganzen künstlerischen sowie menschlichen Freiheit bewegend, mit eben dieser gestellten Aufgabe beschäftigen. Die Beschäftigung und die Abarbeitung der Aufgabe, mit all ihren Überlegungen, Tüfteleien, aufkommenden Problemen, handwerklichen Umsetzungen, neuen Ideen und und und, hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich konnte mich dadurch selbst ein Stückchen besser kennenlernen, viel von der Arbeit lernen und mich sehr lebendig fühlen.
Deswegen bin ich sehr dankbar, dass ich bei dem Wettbewerb teilnehmen durfte.
Der ganze Stress, der diesen Prozess begleitet hatte und auch die Aufregung, vor allem bei der Präsentation vor Live-Publikum und Jury, darf natürlich nicht vergessen werden hier erwähnt zu werden, gehört ja aber irgendwie, in seiner ganzen Ausprägung, zu diesem Beruf dazu und ist, mit etwas Abstand betrachtet, immer wieder lustig.“

2. Inwieweit hilft bzw. hat Dir das Stipendium weitergeholfen, Deine Ausbildung zum Schauspieler zu verbessern wie es ohne das Stipendium nicht möglich gewesen wäre ?

„Seit ich das Stipendium gewonnen habe, denke ich nicht ständig darüber nach: wie viel Geld ich habe; wie viel Geld ich brauche; wo ich Geld herbekomme; was ich mit dem Geld machen muss; wie viel Geld die anderen haben; warum wir alle Geld brauchen. Wenn diese Gedanken sich reduzieren, kann ich durchatmen und mich viel besser auf meine Ausbildung und auf das Wesentliche der Arbeit konzentrieren.
Wenn man jedes Wochenende oder jeden Abend nach der Schule zur Arbeit muss, um sich überhaupt irgendwie die Ausbildung leisten zu können, ist man irgendwann nicht mehr aufnahmefähig und nicht zu 100Prozent in der Lage, sich auf die Arbeit zu konzentrieren. Das Stipendium macht das wieder möglich.“

3. Was würdest Du zukünftigen Bewerbern über das Stipendium erzählen und ihnen für ihre Bewerbung empfehlen ?

„Ein Stipendium zu haben ist geil. Wenn Du ein Stipendium haben willst, musst du geben, was du kannst, um eins zu bekommen.“

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