Tino Frers

1. Wie hast Du den Wettbewerb selbst erlebt ?

„Ich habe mich noch nie so intensiv mit mir selbst, mit einem Thema was mich privat und künstlerisch tagtäglich beschäftigt, auseinandergesetzt. Mich immer wieder mit meinen Ängsten und auch Wünschen zu konfrontieren, war oft unangenehm und nicht immer einfach, aber genau deshalb so unglaublich bereichernd, denn ich konnte durch die Zeit als Mensch und Künstler wachsen und sehr gestärkt aus dieser Arbeit gehen. Das Thema Sehnsucht und Fiasko hat genau meinen künstlerischen Nerv getroffen. Wünsche und Träume sind die eine Seite der Medaille, doch auch das Scheitern gehört zum Leben dazu. Dieses Thema auf mich zu übertragen, denn ich wollte gerne was persönliches von mir zeigen, war einerseits nahe liegend, andererseits aber auch eine große Herausforderung. Sich bewusst, sich selbst, den eigenen Spiegel vorhalten ist nicht einfach. Aber genau das war meine Aufgabe!!“

2. Inwieweit hilft bzw. hat Dir das Stipendium weitergeholfen, Deine Ausbildung zum Schauspieler zu verbessern wie es ohne das Stipendium nicht möglich gewesen wäre ?

„Ich arbeite sehr hart und fokussiert an mir. Schon von dem ersten Tag an, liebe ich die Arbeit und nutze jede Möglichkeit mich weiterzuentwickeln. Jetzt ein Stipendium bekommen zu haben, ist für mich eine wundervolle Bestätigung meiner Arbeit die ich täglich mache. Ich liebe meine Arbeit sehr und durch das Stipendium habe ich nochmals unglaublich viel Motivation für das letzte Ausbildungsjahr bekommen. Außerdem habe ich gelernt eigenverantwortlich ein Projekt zu entwickeln. Regisseur, Dramaturg, Kameramann, Cutter, Schauspieler zu sein. Einen künstlerischen Prozess selbstständig und eigenverantwortlich durchzumachen, alle Hochs und Tiefs zu erleben, denn es funktioniert nicht immer alles sofort. Und dann nicht aufzugeben und sich nicht entmutigen zu lassen. Veränderungen im Prozess zuzulassen. All das waren wichtige Erfahrungsprozesse für mich. Noch eine Sache hat mich sehr bereichert. Für ein eigenes Projekt sind helfende Hände unabdingbar. Freunde und Kollegen haben mir bei der Umsetzung meines Projektes sehr geholfen. Tipps und Ideen zu bekommen und diese auch anzunehmen. Das ist in meinen Augen sehr wichtig. Es braucht immer einen Blick von außen. Diese Zusammenarbeit mit meinen Kollegen und Freunden war unglaublich bereichernd.“

3. Was würdest Du zukünftigen Bewerbern über das Stipendium erzählen und ihnen für ihre Bewerbung empfehlen ?

„Die Tatsache, dass es diesen Förderverein gibt, dass es Menschen gibt, die dich Unterstützen und an dich und an deine Arbeit glauben, die in dir etwas sehen und dir einen leichteren und somit intensiveren Ausbildungsweg bereiten wollen, ist schlichtweg unglaublich. Diese Chance ist wirklich einzigartig. Dafür bin ich sehr dankbar! Genauso wie sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und sich künstlerisch auszuprobieren. Und deswegen würde ich jedem raten, sein eigenes Projekt zu sein. Nimm nicht ein fiktives Thema oder eine fiktive Person. Nimm dich, sei du und arbeite damit. Denn genau DAS macht dich größer und stärker und bringt dich auf deinem künstlerischen Weg weiter.“

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